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Brauch des „Léiffrawëschdag“ in Kehlen neu belebt

Brauch des „Léiffrawëschdag“ in Kehlen neu belebt
„Frënn vum Brennereimüsee“ setzen sich für Kulturgut ein
Immer am 15. August, dem Feiertag von Mariä Himmelfahrt wird in vielen Regionen des Landes die Tradition des „Léiffrawëschdag“ begangen. Der Himmelfahrtstag wurde deshalb auserwählt, weil im August, wenn die Ernte eingebracht war, die Kräuter im Garten, Wald und Feld blühen und man dafür Dankbarkeit zum Ausdruck bringen wollte. Da alte Bräuche immer häufiger in Vergessenheit geraten, haben es sich die „Frënn vum Brennereimüsee“ aus Kehlen zur Aufgabe gemacht, dem konsequent entgegenzuwirken. Erstmals seit Jahrzehnten wurde in Kehlen wieder der Brauch begangen.
Nachdem der Verein bereits die sogenannte „Moelleschkappell“ in der Rue d’Olm instand setzte, will der Verein dem alten Brauch des „Léiffrawëschdag“ neues Leben einhauchen. „Die Idee hierzu kam aus den eigenen Reihen“ erklärt Vizepräsident Joël Adam. In Kehlen selbst fand seit Jahrzehnten keine Segnung des Wisches mehr statt. Wer die Zusammenstellung nicht kannte oder keinen eigenen Wisch binden wollte, konnte beim Verein auch sein persönliches Exemplar bestellen und ihn dann nach der Segnung in der Kapelle abholen. Seinen Ursprung hat die Herstellung eines solchen Kräuterwisches wohl im Keltischen. Im zehnten Jahrhundert wurde der Brauch mit dem Fest Mariä Himmelfahrt verknüpft. Im Rahmen einer kleinen Andacht in der Kapelle wurden die Kräuterwische am Mittwochmorgen von Abbé Jean-Pierre Reiners in der „Moelleschkapell“ gesegnet. Eine kleine Gruppe Kehlener hatte sich dann auch eingefunden. Anlass für den Verein die Bemühungen weiterlaufen zu lassen und im kommenden Jahr wieder den „Léiffrawëschdag“ zu begehen. Welche Kräuter genau für den Wisch verwendet werden, kann von Region zu Region variieren. Von sieben bis gar 99 Kräutern ist in manchen Kräuterwischen die Rede. In einigen Gegenden wurden zwölf, 24 oder gar 77 Kräuter benutzt. In den traditionellen Wischen sind aber meistens Kräuter wie Wiesenkümmel, Kamille, Dost, Johanniskraut, Baldrian, Schafgarbe, Bergweidenröschen, Bittersüß, Wegmalve, Rainfarn, Liebstöckel, Dill, Wermut, Beifuß, Odermennig, Schachtelhalm, Hafer, Weizen, Roggen, Gerste, Heidekorn, eine Zwiebel und eine Möhre dabei. In Kehlen beispielsweise wird dem Wisch auch ein Nussblatt hinzugefügt. Den meisten Kräutern wird eine heilkräftige Wirkung zugesprochen. Die gesegneten Kräuter kamen dann im Laufe des Jahres bei Krankheiten zum Einsatz, wurden als Tee oder Tinktur verabreicht, wurden beim Kochen genutzt oder auch beim Hausbau , wo ein Kräutlein unter die Schwelle gelegt wurde.
VON NADJA RAFALSKI; PHOTOS CORYSE MULLER












